Kritik: Polizeiruf 110: Im Schatten

Der neue "Polizeiruf 110: Im Schatten" überzeugt Krimi-Fans mit einer besonders düsteren Folge.

1A Bullenoper

Polizeiarbeit ist überall trostlos. Doch in Rostock ist sie besonders deprimierend. Alle sind auf die eine oder andere Weise fertig: Täter, Opfer, Hinterbliebene, unsere Gesellschaft, das Ermittlerteam um LKA-Profilerin Katrin König. Aber der König der Verlorenen ist eindeutig Kommissar Bukow (wuchtig: Charly Hübner).

Der Polizeirüpel ist angezählt: Haus weg, Frau weg, Kinder weg. "Vadder" Veit liegt nach einer OP im Koma. Und Alkohol hilft leider nur temporär. Am liebsten würde er sich selbst aus seinem "Scheißleben wegschießen". Was er der Mörderin am Ende dieser 1A-Bullenoper (Buch: Florian Oeller; Regie: Philipp Leinemann) auch im O-Ton empfahl.

Spaß beim Seelenstriptease

So trostlos die Lage im hohen Norden aber scheint. Und so seltsam es klingt: Es macht einfach nur Spaß, diesen Fischköppen bei ihrem Seelenstriptease zuzusehen: einem klug ausbalancierten Spiel zwischen grandiosem Scheitern und sich irgendwie immer wieder Aufrappeln.

Jedoch nicht aus Schadenfreude. Sondern weil es die eine oder andere menschliche und emotionale Schnittstelle mit dem eigenen Leben gibt, die man vielleicht selber schon kennt. Blöd nur, dass uns die Programmplaner und Macher der ARD jetzt wieder ein ganzes Jahr warten lassen, bis sie den 15. Fall dieser starken Mannschaft vorstellen.

17.10.2016, 0.00 Uhr

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