Kritik: WaPo Bodensee

In seichtem Gewässer

Die neue ARD-Vorabendserie "WaPo Bodensee" möchte auf der Erfolgswelle der ZDF-"Küstenwache" reiten, doch die Geschichten dümpeln in allzu seichten Gewässern.

Familienserie trifft Krimihandlung

Zwei Schnellboote schießen über glitzerndes Wasser. In der Ferne schimmern die Silhouetten von Jachten. Und am Strand aalen sich die Badenden. Eine Szene wie aus "Miami Vice". Doch nach dem Vorspann folgt die Ernüchterung: Die Bodensee-Babes können mit den Bikini-Nixen von Miami Beach nicht mithalten. Und die Cops am Schwäbischen Meer besitzen nicht im Entferntesten die Coolness ihrer US-Pendants.

Statt auf Adrenalin-Action setzt die am Wasser gebaute Serie auf einen Mix aus Familiengeschichten und Kriminalfällen. Ein Hechtsprung auf einen Verdächtigen ist für das Team um Nele (Floriane Daniel), Chefin der hiesigen Wasserschutzpolizei, der Gipfel an Rasanz. Bei der Jagd nach dem Mörder eines Partylöwen muss sich das nach Baden-Württemberg zugezogene Nordlicht nicht nur mit vielen Verdächtigen, sondern auch mit ihrem Nebenbuhler Andreas (Ole Puppe) herumschlagen, der an ihrem Stuhl sägt.

Und dann wird ihr Sohn auch noch beim Graffiti-Sprayen erwischt - im "Ländle" ein Kapitalverbrechen. Floriane Daniel hat als burschikose Polizistin und Löwenmama Oberwasser. Ob das reicht, damit die Bodensee-Schupos auf derselben Erfolgswelle reiten wie einst die "Küstenwache"-Kollegen im ZDF, sei dahingestellt - denn die Geschichten dümpeln in allzu seichten Gewässern.

Autor: Florian Büttner

19.1.2017, 0.00 Uhr

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