Kritik: Marie Brand und das Mädchen im Ring.

Christine Schmitt

Am Mittwoch ermittelten Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) in den so unterschiedlichen Welten des Boxsports und der universitären Forschung und holten damit 6,69 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm – die höchste Zuschauerzahl, die die Reihe bis dato in Deutschland erreichte.

Auf der Suche nach dem Mörder eines Boxtrainers bewies das Gespann in gewohnter Manier erneut, dass ein Krimi auch mit wenig Brutalität funktionieren kann. Vor allem Hinnerk Schönemann gelang in der Episode wieder eine wunderbare Gratwanderung: Als tollpatschiger Charakter steuerte er so einige komische Momente bei, rutschte dabei jedoch nie in den Klamauk ab. Etwas blass schien dagegen die titelgebende Heldin: Wie sie Freud zitierte und gleichzeitig das Reifenprofil eines Motorrads erkannte, wirkte leider etwas zu dick aufgetragen und nahm dem Charakter ein Stück Glaubwürdigkeit.

Eine überaus überzeugende Darstellung lieferte Natalia Rudziewicz, die als verdächtige Kleinkriminelle Sina in den Fokus der Ermittlungen geriet und der Rolle eine beeindruckende Intensität verlieh. Insgesamt bot die neueste Episode der Kölner Hauptkommissare solide Unterhaltung ohne großen Anspruch. Die Einschaltquoten bestätigten jedoch das Konzept von Regisseur Josh Broecker.

23.1.2014, 0.00 Uhr

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