Kritik: Rosamunde Pilcher - fast noch verheiratet

Die Romanze "Fast noch verheiratet" aus der ZDF-Reihe Rosamunde Pilcher baut auf eine altbekannte Story, leider zu vorhersehbar.

Herzkino im ZDF

Das "Herzkino" in allen Ehren, aber manchmal drängt sich auch dem genügsamsten Zuschauer die Frage auf, ob das ZDF wirklich jedes Szenario der überaus produktiven Frau Pilcher verfilmen muss. Auch wenn es auch auf den zweiten Blick noch so aussieht, als hätte die werte Dame die Idee nach einem Kinobesuch nur schnell auf einem Bierdeckel im Pub notiert.

Denn wer jemals "Sweet Home Alabama" gesehen hat, dem kamen gewisse Aspekte von "Fast noch verheiratet" ein ganz kleines bisschen bekannt vor: Sienna (Paula Schramm) bekommt den ersehnten Heiratsantrag ihres Traummannes Oscar. Bevor sie den smarten Anwalt heiraten kann, muss sie sich jedoch von ihrem Noch-Ehemann, Pub-Besitzer Tyler (Raphaël Vogt), scheiden lassen. Der hatte sie einst betrogen - und zieht nun das aus dem Seitensprung entstandene Kind auf.

Um das Sorgerecht für die kleine Ivy nicht zu verlieren, geht er einen Deal mit Sienna ein: Sie spielt Jugendamt und Gericht mit ihm die glückliche Familie vor - er unterschreibt die Scheidungsunterlagen, sobald der Fall geklärt ist. Es kommt, wie es kommen muss: Sienna kommt Tyler wieder näher, das Happy End lässt nicht auf sich warten. Das alles ist so routiniert, unaufgeregt und vorhersehbar in Szene gesetzt, dass man eine halbe Stunde verschlafen kann, ohne etwas zu verpassen.

28.2.2017, 0.00 Uhr

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