Kritik: Countdown mit Nora Tschirner

Sebastian Hagner

Quirlig und schlagfertig, witzig und intelligent: So in etwa könnte man Nora Tschirner beschreiben, die Anfang des Jahrtausends als MTV-Moderatorin und später auch als Schauspielerin bekannt wurde. Sie drehte einerseits eine ambitionierte Fernsehserie wie "Ijon Tichy: Raumpilot", reüssierte andererseits aber auch in den erfolgreichen Til-Schweiger-Vehikeln "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken".

Seit 2012 ist die Berlinerin zudem als Sängerin und Musikerin in der Band Prag aktiv. Um diese Band geht es in der Doku "Countdown mit Nora Tschirner". Die Regisseurin Keti Vaitonis fängt darin die Stimmung hinter den Kulissen vor einem Auftritt Prags ein. Während der Tonmann an technischen Problemen zu verzweifeln droht, geben sich die Musiker gelassen. Die sympathisch wirkende, wenn auch vielleicht ein wenig zu oft in ihre Kleinmädchenstimme verfallende Nora Tschirner stellt klar, dass sie gut mit der üblichen Kritik leben kann, die musizierenden Schauspielern meist entgegenschlägt.

Abgerundet wird die Doku durch weitere Erzählstränge: Da gibt es den nervigen Promifotografen, der unbedingt die hochschwangere Nora auf der Bühne ablichten will, und den treuen Prag-Fan, der sich auf das Konzert freut. Alles in allem ist Keti Vaitonis ein zwar nicht besonders aufregender, aber angenehm entspannter kleiner Film gelungen.

30.7.2014, 0.00 Uhr

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