Kritik: Einfach unzertrennlich

Maximilian Schwind

Zu einfach Vox ging am Montagabend mit einem hauseigenen Sketch-Comedy-Format auf Sendung – und legte eine Semi-Bruchlandung hin. Schon die Prämisse ist denkbar simpel: Drei Pärchen unterschiedlicher Generationen (u. a. mit Grit Böttcher) werden in ein- bis zwei-minütigen Sketchen im Beziehungsalltag beleuchtet. Klingt klischeehaft? Ist es leider auch, denn die meisten Witze und Pointen sind dermaßen angestaubt, dass man allenfalls vor dreißig Jahren hätte darüber lachen können, obwohl die Serie auch ein jüngeres Publikum ansprechen soll.

Wenn der rüstige Werner (Jochen Kolenda, Foto) vor seiner Frau behauptet, er habe immer noch eine betörende Wirkung auf "die jungen Dinger", dann aber Probleme hat, sich aus dem Fernsehsessel zu erheben, hat man das gefühlte 1.000 Mal gesehen. Immerhin: Wenn Werner dann scheinbar ewig andauernde 30 Sekunden braucht, um seinen Sessel per Fernbedienung – von einem monotonen Surren begleitet – in die Senkrechte zu bringen, um dann festzustellen, dass eigentlich gleich die Nachrichten beginnen und sich das Spiel in umgekehrter Reihenfolge wiederholt, darf beherzt gegrunzt werden.

Mit seiner Eigenproduktion versucht Vox an Sketch-Erfolge wie "Die dreisten Drei" anzuknüpfen. Doch dazu fehlen frische und freche Ideen. Zum Überbrücken bis zu den 20-Uhr-Nachrichten taugt das Format aber allemal.

 

12.11.2014, 0.00 Uhr

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