Kritik: The Muppets

Die neue "Muppets"-Serie auf ProSieben entpuppt sich leider als müde Medien-Mockumentary, die den anarchischen Witz von Gonzo, Fozzy und Co. vermissen lässt.

Schweinerei!

Da hat man sich in Frack und Fummel geschmissen und auf Spaß und Rummel gefreut - und dann das: Das TV-Comeback der "Muppets" entpuppt sich als müde Medien-Mockumentary. Kermit produziert nun eine Late-Night-Show, deren Gastgeberin seine Ex (!) Miss Piggy ist. Zum US-Start von "The Muppets" wurde viel Lärm um die Trennung dieses Traumpaares gemacht. Dabei waren Kermit und Piggy in der "Muppet Show" niemals liiert. Im Gegenteil: Der Frosch wehrte sich fünf Staffeln lang gegen sämtliche schweinische Avancen.

Die Liebesgeschichte zwischen Amphibie und Borstenvieh fand nur im Kino statt - und war dem Zwang geschuldet, in Spielfilmlänge eine komplexere Geschichte erzählen zu müssen als in 25 Minuten TV-Sendezeit. Dummerweise orientiert sich die neue Serie an den Kinoversionen: Optisch und dramaturgisch irgendwo angesiedelt zwischen "30 Rock" und "Stromberg" diskutieren Kermit, Piggy und Fozzy ihre Beziehungen aus. Gähn!

Kein Gonzo, der aus einer Kanone abgefeuert wird und dabei Mozart auf der Mundharmonika spielt. Keine Laborbrände mit Honigtau-Bunsenbrenner. Kurz: kein einziger anarchistischer Gag. Wie stellten Waldorf und Statler einst so schön fest: "Das hätten sie wirklich anders machen sollen." - "So, wie denn?" - "Besser!"

6.12.2016, 0.00 Uhr

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