Kritik: Tatort: Dunkelfeld

Im neuen "Tatort: Dunkelfeld" geht es hart zur Sache. Die Story um Karow und Maihack wird im klasse besetzten Krimi endgültig aufgelöst.

Ruppig, ruppig!

Aua! So viele Schläge mit der Eisenstange in den Magen gab´s bisher doch nur für Hamburgs Ermittler Nick Tschiller. Vom Bein, das zu Folterzwecken mit dem Tacker geklammert wurde, ganz zu schweigen. Aber Bulle Karow (immer besser: Mark Waschke) ist ja auch ein harter Hund. So wie seine Rüpelbrüder im Geiste, Faber aus Dortmund oder Bukow aus Rostock.

So einer beißt dem Gegner im Nahkampf auch schon mal ein Ohr-Piercing ab. Und will am Ende wohl doch nur lieb sein und spielen. Ist halt dem Drehbuch (Stefan Kolditz) und der furiosen Inszenierung des preisgekrönten Regisseurs Christian von Castelberg ("Das Glück der anderen") geschuldet, die das mit den Altlasten des Hauptstadtduos in ihrem vierten Fall endlich zur Auflösung bringen mussten.

Sperriger Hardboiled-Krimi

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: ein sperriger Hardboiled-Krimi mit klasse Personal. Nur die wundersamen Zufälle, die Meret Becker alias Kommissarin Nina Rubin immer dann auf die Sprünge helfen mussten, wenn sie mit ihrem Ermittlerlatein am Ende war, hatten Nervpotential. Und die Idee, die entschleunigte Bar-Mitzwa-Feier ihres Filmsohns zeitgleich zum mit Ereignissen vollgepackten Hauptfilm ablaufen zu lassen, besaß zwar durchaus Charme. Entbehrte aber leider jeder Realität.

11.12.2016, 0.00 Uhr

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