Kritik: Kommissar Maigret - Die Falle

Mr. Bean in Paris?

Rowan Atkinson überzeugt als Kommissar Maigret mit einem Anflug von Melancholie. Leider fehlt es dem Plot der Auftaktfolge im Ersten etwas an Originalität.

Melancholischer Kommissar

In Deutschland kennt man Rowan Atkinson vor allem als Mr. Bean. So mancher Zuschauer mag daher heimlich darauf gewartet haben, dass der britische Schauspieler auch als Kommissar Maigret irgendwann tollpatschig für Lacher sorgt. Dazu kommt es jedoch nicht.

Atkinson gibt den legendären Ermittler betont zurückgenommen und ernsthaft, mit einem Anflug von Melancholie. Maigret-Puristen mögen sich daran stören, dass ein Engländer den von Georges Simenon erdachten Pariser Kommissar verkörpert. Auch äußerlich entspricht Atkinson nicht eben dem als stämmig beschriebenen Maigret - da war Jean Gabin einst in den 50ern und 60ern eine auf den ersten Blick überzeugendere Wahl.

Reise in die 50er-Jahre

Dennoch muss sich Atkinson sicher nicht vor den zahlreichen Maigrets verstecken, die im Laufe der Jahrzehnte Kino und Fernsehen bevölkert haben. Visuell punktet die britische Serie mit einer geschmackvollen Heraufbeschwörung der 50er-Jahre-Atmosphäre in Paris.

Nostalgie ist freilich nicht angesagt - immerhin liegt der Fokus der Geschichte auf den furchtbaren Taten eines Frauenmörders. Der von seinen Vorgesetzten angezählte Maigret soll Ergebnisse liefern und kommt auf die Idee, dem Täter eine Falle zu stellen. Der Plot ist leider wenig originell, und Auflösung sowie Motivation kommen mit dem psychologischen Holzhammer daher.

Autor: Sebastian Hagner

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