Kritik: Limitless

Zehn-Prozent-Hürde

Die neue ProSieben-Serie "Limitless" dreht sich ziemlich sinnfrei um einen Normalo, der mithilfe einer Wunderpille 100 Prozent seiner Hirnkapazität einsetzen kann.

Sinnfreier Plot

"Der Mensch nutzt nur etwa zehn Prozent seiner Gehirnkapazität" - behaupten wenigstens diverse Pseudowissenschaftler, Optimierungs-Eiferer und Selbsthilfe-Ratgeber.

Aber selbst, wenn wir tatsächlich nur zehn Prozent einsetzen würden, könnten wir mit diesem Bruchteil allemal sinnigere Plots erfinden als den der Serie "Limitless": Der erfolglose Musiker Brian (Jake McDorman) schluckt die Superpille NZT, kann umgehend 100 Prozent seiner Hirnkapazität nutzen und entwickelt infolgedessen eine Art Spinnensinn. Das macht ihn für das FBI, besonders für die Agentin Rebecca (Jennifer Carpenter), zu einem begehrten Mitarbeiter.

Hauptfigur mit Peter-Pan-Komplex

Seit Miss Marple ist das grob geschätzt die 2351. Version der Krimipaarung "Cleverer Laie hilft nicht-ganz-so-cleveren Ermittlern" (würde man NZT nehmen, wüsste man's natürlich genauer ...). Doch immerhin strahlt Hauptdarsteller Jake McDorman gerade die richtige Mischung aus farblos und sympathisch aus, um als plötzlicher Superheld mit Peter-Pan-Komplex zu überzeugen.

Dazu verpacken Buch und Regie die Vorgeschichte ihres Protagonisten in pointierte Rückblenden. Um Spaß an der Serie zu haben, die im Übrigen an den Bradley-Cooper-Film "Ohne Limit" anknüpft, muss man halt einfach die Prämisse schlucken. Und dabei hilft es ganz entschieden, höchstens zehn Prozent seiner Gehirnkapazität zu nutzen.

Autor: Martina Borgschulze

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