Kritik: Eva über Bord

Ab in den Dschungel

Der ARD-Film "Eva über Bord" bedient sich ungeniert bei der Hollywood-Actionkomödie "Sechs Tage, sieben Nächte", hat aber trotzdem einen überraschend hohen Unterhaltungswert.

Von Piraten und Banditen

Mauerblümchen Eva träumt von einer Karriere als Enthüllungsjournalistin - darf in ihrem Job bei der Zeitung allerdings nur die Fakten für die Artikel anderer checken. Die Reise auf einem Containerschiff gen Asien soll das ändern: Eva hofft auf die große Story.

Als der Frachter tatsächlich von Piraten überfallen wird, scheint Evas Wunsch in Erfüllung zu gehen. Dumm nur, dass sie sich nun plötzlich mit dem undurchsichtigen Schmuggler Nik auf der Flucht vor schießwütigen Banditen durch den malaysischen Dschungel kämpfen muss.

Hoher Unterhaltungswert

Es ist wohl kein Zufall, dass einige Szenen in der zweiten Hälfte der ARD-Komödie ein wenig an den Harrison-Ford-Klassiker "Sechs Tage, sieben Nächte" erinnern, in dem Ford mit Filmpartnerin Anne Heche ebenfalls fluchtartig den Urwald unsicher machte.

Das tut dem recht amüsanten und zuweilen durchaus spannenden Abenteuer mit Julia Hartmann und Stephan Luca allerdings keinen Abbruch. Von einer etwas albernen Drogenrausch-Szene nach dem Verzehr halluzinogener Pilze mal abgesehen, hat "Eva über Bord" einen fast unerwartet hohen Unterhaltungswert. Dafür sorgt in erster Linie nicht die doch etwas an den Haaren herbeigezogene Story, sondern das witzige Zusammenspiel von Hartmann und Luca, die sich als gegensätzliche Streithähne toll ergänzen - und einander am Ende auch verdient haben.

Autor: Kristin Lenk

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