Kritik: Mörderische Stille

Schuld und Sühne

Der Politthriller "Mörderische Stille" erzählt eine bedrückende Geschichte, die durch die starke Leistung von Sylvie Testud einmal mehr aufgewertet wird.

Kampf gegen das Schweigen

Eine Wasserleiche wird aus der Nordsee gefischt. Jan Josef Liefers ermittelt als Kriminalhauptkommissar Holzer im Umfeld einer Segelschule für Gehörlose in Wilhelmshaven und in den Reihen von ehemaligen Soldaten, die nach dem Kosovokrieg als Teil der KFOR-Truppen stationiert waren. Dabei werden Holzer und seine Kollegin Amal (Ivan Anderson) in die schmutzigen Abgründe von Kriegsverbrechen hineingezogen, über die jahrelanges Schweigen herrschte.

Friedemann Fromm (Buch und Regie) erzählt in diesem Politthriller eine bedrückende Geschichte über den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit. Die Inszenierung der Stille als durchgängiges Motiv gelingt vor allem dank der starken Leistung von Sylvie Testud ("Jenseits der Stille") als gehörlose Elena. Viel Kommunikation findet nonverbal statt, durch Gebärdensprache und dank Testud, die es auf beeindruckende Weise schafft, allein durch die Ausdrucksstärke ihrer Mimik und Augen Emotionen zu vermitteln.

Mehr Schweigen hätte man sich manchmal nur von Holzers Kollegin gewünscht, der leider zu viele künstlich anmutende Texte in den Mund gelegt wurden. Ruhige Szenen und dunkle Bilder aber erzeugen eine düstere Stimmung, in der die Thematik der Schuld und der Sühne umso glaubhafter transportiert wird.

Autor: Harriet Beetz

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