Kritik: jerks.

Die erste deutsche Streaming-Produktion "jerks." bringt Christian Ulmen und Fahri Yardim als Möchtegern-Macho-Duo in die Bredouille.

Haha! Ha?

"Jerks" bedeutet grob übersetzt "Wichser" - und genau darum geht es in der ersten Folge der ersten deutschen Streaming-Produktion ausgiebig: Christian Ulmen, gespielt von Christian Ulmen, soll auf Geheiß seiner Freundin seine Zeugungsfähigkeit testen.

Ab da verbringt er einen Großteil der Episode mit dem Versuch, zwischen Porno-Heftchen und Hardcore-Filmen in einen Becher zu onanieren. Richtig gut läuft's aber erst auf dem Klo von Kumpel Fahri Yardim, wo - was für ein Zufall! - dessen Stieftochter gerade Verstecken spielt. Haha.

Von und mit Christian Ulmen

Und damit auch die Frauen zu ihrem Recht kommen, geht es in Folge zwei ab in den Masturbationskurs. Man beachte die raffinierte Variation des Themas. Klar, Ulmen, der auch die Idee zu dieser Buddy-Comedy hatte, und Yardim funktionieren prima als Möchtegern-Macho-Duo. Doch ansonsten wird der im Villenviertel platzierte "Jerks"-Kosmos von den üblichen Verdächtigen bevölkert.

Vor allem die Frauenfiguren kennt man aus jeder Sat.1-Komödie: die biestige Körnerfresserin ("In diesem Haus gibt es kein Fleisch - und kein WLAN"), die Esoterik-Tussi ("Spürt die Kraft eurer Vagina!") und die alleinerziehende Mutter. Dass letztere von Ulmens Ehefrau Collien Ulmen-Fernandes gespielt wird, ist ein Gag, der sich schnell abnutzt. Zum Glück produziert Amazon neue Folgen von "Pastewka".

Autor: Martina Borgschulze

23.2.2017, 0.00 Uhr

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