Kritik: Chaos-Queens: Für jede Lösung ein Problem

Wohlkalkuliertes Chaos

Die ZDF-Produktion "Chaos-Queens: Für jede Lösung ein Problem" bildet den Auftakt einer neuen Reihe mit Romanverfilmungen nach Büchern von Kerstin Gier

Keine Superweiber

Von jedem Bestseller ein Film. Das ist das Motto des ZDF, wenn es um frauenaffine Stoffe von Ahern über Fforde bis Pilcher geht. Die lassen sich bestens sonntags im ZDF-"Herzkino" als Alternativprogramm zum "Tatort" versenden. "Für jede Lösung ein Problem" ist die erste Kerstin-Gier-Bestsellerverfilmung, für die man nun sogar eigens einen neuen Reihentitel gefunden hat: "Chaos-Queens".

Die Heldinnen seien keine omnipotenten Superweiber. "Ganz im Gegenteil: Sie zweifeln, hadern und straucheln", betont man beim Sender. Offensichtlich, um sie von vornherein von den Kaschmirpullover-Trägerinnen bei Pilcher & Co. abzugrenzen, die Weltschmerz erfolgreich mit einem Ausritt durch die Cornwall'sche Landschaft oder einer Radtour entlang schwedischer Fjorde bekämpfen. Und dabei ihren Prinzen treffen.

"Chaos-Queen" Gerri (gar nicht spröde: Katharina Wackernagel) schluckt stattdessen eine Überdosis Tabletten. Selbstredend trifft auch sie just im Moment der schlimmsten Krise auf einen Prinzen (gutaussehend! Zahnarzt! Reich!), und der Selbstmordversuch misslingt. Das eine mag so weltfremd sein wie das andere. Aber diese Geschichte hier ist von Regisseur Thomas Freundner (Grimme-Preis für "Tatort: Herzversagen") zumindest mit ordentlich Tempo und knackig-vergnüglichen Dialogen inszeniert.

Autor: Stefanie Moissl

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