Kritik: Das doppelte Lottchen

Kinoreif

Lancelot von Naso verfilmte den bekannten Erich-Kästner-Stoff "Das doppelte Lottchen" neu. Das hat sich gelohnt. 

Heftiger Stoff, leicht erzählt

Zum ersten Mal verfilmte man Erich Kästners Kinderbuchklassiker "Das doppelte Lottchen" 1950. Die Off-Texte sprach damals Kästner selbst. Unter anderem setzte dann Joseph Vilsmaier den Stoff 1994 für die Leinwand um. Große Namen. Wozu also eine Neuverfilmung? Zwei Antworten: 1. Weil das wunderbare Buch so zeitlos ist, dass es viele "Inszenierungen" verträgt. 2. Weil mit der versierten Produzentin Uschi Reich, dem Top-Regisseur Lancelot von Naso und einem durchwegs großartig agierenden Ensemble ein Team am Werk war, dass die doppelte Dimension der Vorlage - leichte Erzählweise, ganz schön heftiger Stoff - respektvoll aufnahm und ohne Brechstange in heutige Wirklichkeiten umzusetzen vermochte. 

So entstand ein Film, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Bemerkenswert, dass im ersten Drittel des Films nahezu ausschließlich Kinder agieren. Das funktioniert - und zeigt, dass man den jungen Darstellern, allen voran natürlich die unbeschwert aufspielenden Delphine und Mia Lohmann, vertraute. Ein Vertrauen, das sich auszahlte und sich aufs Schönste mit dem Geist von Erich Kästners Büchern deckt. So entstand ein ungemein authentischer, unterhaltender und bewegender Film. Den man sich durchaus auch im Kino hätte vorstellen können.

Autor: Matthias Roth

17.4.2017, 0.00 Uhr

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