Kritik: The Taste - Promis am Löffel

Ohne Geschmack

Die Spezialausgabe von "The Taste" bei Sat.1 enttäuscht mit unzureichend motivierten Promi-Köchen.

Alles besser mit Promis?

Shoppen, Backen und jetzt Löffelchen: Mit Promis ist alles besser. Denken die Sender. Die Zuschauer denken das offenbar nicht. Das zeigen die miesen Quoten, die die Promi-Variante von "The Taste" am Sonntagabend einfuhr.

Damit bewies das TV-Publikum deutlich mehr Geschmack als die Macher der Sat.1-Kochshow. Die paarten unter anderem Küchenlegastheniker Oliver Pocher ("Mehl sieben? Wie, sieben Löffel?") mit Krawall-Chef Frank Rosin. Ergebnis: Der Profikoch zaubert quasi im Alleingang ein Essen auf den Löffel - und der Comedian fliegt trotzdem in der ersten Runde des Wettbewerbs raus.

Mogelpackung

Ebenso wie die selbsternannte Super-Zicke Désirée Nick. Das steigert zwar das Niveau der Gespräche, nicht aber den Unterhaltungswert. Denn anders als die Hobby-Köche, die normalerweise die "The Taste"-Küche aufmischen, schwingen die meisten Promi-Kandidaten eher semi-motiviert die Löffel.

Witzig immerhin Schrauber-Königin Panagiota Petridou, die Roland Trettl mit ihren griechischen Kusinen verkuppeln will und ansonsten vor allem damit beschäftigt ist, ihr Team mit Wein abzufüllen. Am Ende aber trifft auf die Promi-Variante von "The Taste" das gleiche Urteil zu, das Désirée Nick über Lindners veganes Gericht fällt: "Das ist wie ein Coitus interruptus. Das, was ich erwartet habe, hat nicht stattgefunden. So!"

Autor: Martina Borgschulze

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