Kritik: Der Barcelona-Krimi

Anziehungskraft

In der ersten Folge des neuen "Barcelona-Krimis" spielen Anne Schäfer, Clemens Schick und nicht zuletzt Barcelona selbst die Hauptrolle.

Spannende Metropole

Der Donnerstag im Ersten entwickelt sich weiter in Richtung internationale Gefahrenzone. Nun also der Krimi aus der Katalanen-Metropole, einer nicht nur zurzeit, sondern schon lange ungeheuer spannenden Stadt, die Kameramann Philipp Timme höchst gekonnt wunderbar in Szene setzt. Eine Hauptrolle wäre damit geklärt. Optik und Flair stimmen, Atmo: prickelnd. So auch das Verhältnis der beiden ermittelnden Protagonisten. 

Anne Schäfer und Clemens Schick sind fein ausgesuchte Akteure, denen man einfach gern bei der Arbeit zusieht. Ihre Charaktere: die pure Aufgabenstellung. Schick ist der Einzelgänger, klug, cool und irgendwie geheimnisvoll, ein Macho mit Magie im Blick. Anne Schäfer gibt als alleinerziehende Mutter alles und doch nicht genug, zeigt als Kommissarin Valent ungeahnte Fähigkeiten und hat zumindest eines mit ihrem männlichen Kollegen gemeinsam: Anziehungskraft. 

Ihr erster Fall führt die beiden dahin, wo das Verbrechen nun einmal zu Hause ist: Drogenszene, Unterwelt, es geht um Menschenhandel, illegale Einwanderer. Das ist bei aller Originalität der Figuren fast konventionell. Am Ende lächelt der mordende Anzugträger, und der Polizist wird zum Täter. Auch die Welt in der Gaudí-Metropole ist voller schlechter Menschen. Da gibt es noch viel zu tun. Gut so.

Autor: Andreas Herden

3.11.2017, 7.34 Uhr

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