Kritik: Die Rosenheim-Cops - Der Schein trügt

Mordsgetümmel

Mit dem 90-minütigen "Rosenheim-Cops"-Special "Der Schein trügt" machen uns die Cops ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

 

Die Cops in Spielfilmlänge

90 Minuten Cops am Stück, dieses frühe Weihnachtsgeschenk nahm man als Freund der bayerischen Quotengaranten gern entgegen. Vor allem, weil sich das gesamte Team in Hochform präsentierte - was bei der Reihe nicht immer garantiert ist. Viel hängt in Rosenheim vom jeweiligen Drehbuch ab, aber auch von der Spiellaune des Ensembles. 

Ersteres hat diesmal Julie Fellmann mit viel Wortwitz und netten Variationen des Immergleichen geschrieben, und die Stimmung der Schauspieler scheint angesichts des kollektiven Winterausflugs in ein Tiroler Hotel hervorragend gewesen zu sein. An normalen Dienstagen kann sich die Zeit zwischen "Es gabert a Leich" und dem kommissarischen Schlussdialog etwas ziehen. 

Die bayerische Miss Marple

Die XL-Variante aber bot wieder einmal eine rundum gelungene Mordraterei - und eine gute Gelegenheit, uns "die Hilde" vorzustellen: Die ominöse Gattin des Cops Stadler sorgte als bayerische Miss Marple für Abwechslung. Frau Stockl stürzte sich derweil vergnügt wie ein Backfisch in einen Flirt, während die Herren Hansen und Hofer Verdächtige im Dutzendpack durchmangelten. 

Es ging also zu wie am Hauptbahnhof von Lenggries, um Michi Mohr zu zitieren. Am Ende haben es die Herrn Kommissare auch diesmal gerichtet, und wir sind fast ein bisschen traurig, dass der nächste Dienstag wegen Weihnachten copfrei bleibt. 

Autor: Oliver Kinser

20.12.2017, 15.10 Uhr

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