Kritik: Kästner und der kleine Dienstag

Das Hier und Heute 

Die TV-Produktion "Kästner und der kleine Dienstag" zeigt Florian David Fitz als bekannten Dresdner Autor Erich Kästner. 

Stürmische Zeiten

Es ist sicherlich kein Zufall, dass ausgerechnet in diesen gesellschaftlich stürmischen Zeiten ein Film produziert und ausgestrahlt wird, der nicht nur einen gebürtigen Dresdner porträtiert, sondern ebenso an eine dunkle Zeit erinnert, deren Ereignisse und Atmosphäre inzwischen wieder erschreckend aktuell zu sein scheinen. 

"Kästner und der kleine Dienstag" erzählt von der Freundschaft des bekannten Autors mit einem seiner größten Fans, einem siebenjährigen Jungen, der ihm als Inspiration für etliche seiner Kinderbücher diente. Florian David Fitz spielt Erich Kästner als vordergründig stets gutgelaunten Lebemann, verdeutlicht jedoch auch dessen innere Zerrissenheit mit Bravour. 

Aus dem Leben zweier Freigeister

Sein junger Kollege Nico Ramon Kleemann alias Hans - als erwachsener Mann dargestellt von Jascha Baum - weiß ebenso zu begeistern. Kein Biopic im klassischen Sinne, vielmehr eine historische Momentaufnahme mit etlichen biografischen Schlaglichtern. Regisseur Wolfgang Murnberger gelingt es, einerseits leichtfüßig, andererseits stets mit dem der Thematik angemessenen Respekt aus dem Leben zweier Freigeister zu berichten, die versuchen, sich ihre kindliche Fantasie trotz Repressalien zu bewahren. Ein Film, der nicht nur zurückblickt, sondern ebenso etwas über das Hier und Heute und möglicherweise Morgen erzählt.

Autor: Cszaba Lazar

22.12.2017, 5.59 Uhr

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