Kritik: Freedom: George Michael

Berührende Einblicke 

Die Doku "Freedom: George Michael" gibt einen berührenden Einblick in die verletzliche Seele eines Künstlers. 

Tod mit 53

Der britische Künstler George Michael, der am 25.Dezember 2016 im Alter von gerade einmal 53 Jahren verstarb, musste einige private Schicksalsschläge ertragen: Auf dem Gipfel seines Erfolgs verlor er seine große Liebe an AIDS, kurz darauf erlag seine Mutter einer Krebserkrankung. Ein aufsehenerregender Gerichtsprozess gegen seine Plattenfirma blieb erfolgslos, und peinliche Zwischenfälle, beispielsweise auf öffentlichen Klos, ließen Michaels Musik sukzessive in den Hintergrund treten. 

Dabei ist diese außergewöhnlich: Nach Gute-Laune-Pop als Teil des Duos Wham!, wurde Michael Ende der 80er als bewunderter und mehrfach ausgezeichneter Solokünstler zum Superstar. Wie dieser Widerspruch zwischen persönlichen Tiefschlägen und öffentlichen Lobhudeleien dem scheuen Michael zu schaffen machte, verdeutlicht die Doku eindrucksvoll. 

Echte Bewunderung

Von David Austin und Michael selbst bis kurz vor seinem überraschenden Tod konzipiert, gibt der Film sehr berührende Einblicke in das Leben eines umjubelten, aber einsamen Menschen. Ob die Interviews mit prominenten Kollegen wie Elton John, Mary J. Blige und Stevie Wonder vor oder nach seinem Ableben aufgezeichnet worden sind, bleibt zwar im Dunkeln. Deren Bewunderung für sein musikalisches Schaffen jedoch ist glaubhaft - und definitiv gerechtfertigt.

22.12.2017, 12.56 Uhr

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