Kritik: Rübezahls Schatz

Romanze in Mittelerde

Die Märchenverfilmung "Rübezahls Schatz" ist der perfekte Film, um das Warten aufs Christkind zu verkürzen. 

Riese oder Schrat?

Die Sagen über den Berggeist Rübezahl, der über das Siebengebirge wacht, bevölkern unzähliche Bücher, vor allem für Kinder. Meist erscheint Rübezahl als bärtiger Riese, wahlweise auch als Schrat. Der Rübezahl in der ZDF-Märchenverfilmung ist nichts davon. Der fabelhafte Sabin Tambrea verkörpert die Sagengestalt als mysteriösen Mann von wilder Schönheit. 

Ein Wolf in Menschengestalt - und manchmal ein Mensch ins Wolfsgestalt. Ihm gegenüber steht die wunderschöne Henriette Confurius als Magd Rosa, die das Herz des Berggeists erobert, aber auch erkennt, dass ein Leben an seiner Seite für sie doch eine Spur zu aufregend sein könnte. Die etwas altbackene Liebesgeschichte, die Buch (Bettina Janis, Angelika Schwarzhuber) und Regie (Stefan Bühling) hier erzählen, lebt von diesen beiden Darstellern. 

Herrliche Bilder

Wenn Rosa den Berggeist auf die Wange küsst, dann schmilzt man vor dem Bildschirm ebenso dahin wie Rübezahl selbst. Klasse die Bilder: Fernsehpreis-Gewinner Ngo The Chau ("Zum Sterben zu früh") setzt die Tschechische Schweiz derart episch in Szene, dass man sich bisweilen in Mittelerde wähnt. Herrlich auch kleine Details, etwa wenn Rübezahl an einem Baum schnuppert, um die "Nachrichten" der Tiere zu entschlüsseln. Ein prima Film, um das Warten aufs Christkind zu verkürzen - vor allem für die Eltern. 

Autor: Martina Borgschulze

25.12.2017, 7.58 Uhr

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