Kritik: Das Traumschiff - Uruguay

Kein "Realitätsschiff"

Das "Traumschiff" macht Halt in Uruguay und versorgt Fans mit der üblichen Dosis Wohlfühlfernsehen. 

Kapitän Burger (Sascha Hehn, l.), Chefstewardess Beatrice (Heide Keller) und Bordarzt Dr. Sander (Nick Wilder)

Wohlfühl-TV zum Fest

Müßig, die alljährlichen Diskussionen um das ZDF-"Traumschiff". Ob die Dialoge tatsächlich so platt sind (sind sie!), ob die Inszenierung immer noch so betulich daherkommt wie in den 80er-Jahren (durchaus!) und die Geschichten wirklich immer tausende Seemeilen von der Wirklichkeit entfernt scheinen (zweifellos!).

Trotzdem erfüllt auch die Folge "Uruguay" die Erwartungen der über fünf Millionen Fans sicherlich wieder voll und ganz: Es gibt Wohlfühlfernsehen zum Wohlfühlfest.

Tango auf hoher See

Diesmal ohne glamouröse Stargäste. Dafür wird es besonders emotional. Kapitän Burger (Sascha Hehn) trifft an Bord auf seine todkranke Jugendliebe (Christine Neubauer). Jochen Horst und Tessa Mittelstaedt sorgen als Paar in der Krise für das ein oder andere Schmunzeln. Vom Ehetherapeuten zu gemeinsamen Aktivitäten verdonnert, fällt er im Mediationskurs durch lautes Schnarchen auf. Später schlägt er seiner Liebsten beim Tangotanzen fast einen Zahn aus. Überhaupt: der Tango spielt eine Hauptrolle in der Episode "Uruguay".

Noch gefühlvoller wird es nur am 2. Januar. Dann geht Heide Keller, die "Queen Mom der Meere", nach 37 Jahren von Bord. Die brachte es unlängst auf den Punkt: "Es heißt Traumschiff und nicht Realitätsschiff". Genau deshalb wird der ZDF-Unterhaltungsdampfer wohl noch ein paar weitere Jährchen über den Bildschirm schippern. Gut so.

27.12.2017, 15.59 Uhr

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