Kritik: Über Land

(K)eine liebe Zeit

Die neue Miniserie "Über Land" von Franz Xaver Bogner ist solide Unterhaltung für einen entspannten Nachmittag auf der Couch.

In die Provinz

"Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno 14 (...) Es war halt noch vieles in Ordnung damals." Mit diesen Worten begannen zwischen 1968 und 1972 die Episoden der Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht", die stets friedlich vor gut gefüllten Maßkrügen endeten. 1989 schuf Franz Xaver Bogner mit seiner in München angesiedelten Version "Café Meineid" eine erfolgreiche Hommage, nun zieht es ihn mit "Über Land" in die bayerische Provinz.

Die Hauptrolle des Richters Althammer übernahm kein Geringerer als Franz Xaver Kroetz. Der Querkopf ist eine Paraderolle für das ewige Enfant terrible. Und so spielt der 71-Jährige den Althammer im Grunde nur wenig anders als 1986 den Baby Schimmerlos in Helmut Dietls "Kir Royal". Und auch Franz Xaver Bogner wiederholt sich in seiner Inszenierung.

Unaufgeregte Unterhaltung

Aber Schwamm drüber. Wer eine Kultserie wie "Irgendwie und Sowieso" geschaffen hat, muss sich nicht mehr beweisen. "Über Land" ist unaufgeregte Unterhaltung für einen kuscheligen Nachmittag auf der Couch. Der Sendeplatz an Silvester dürfte allerdings nicht für gute Quoten sorgen. Ebenso die Entscheidung, die beiden weiteren Folgen in einem einmonatigen Abstand auszustrahlen. Ob das ZDF kein großes Vertrauen in Bogner und Kroetz hat? Es ist eben doch keine so liebe Zeit wie damals.

Autor: Susanne Bald

29.12.2017, 13.49 Uhr

TV-Kritik empfehlen