Kritik: Saboteure im Eis

Schwer in Ordnung

Die Miniserie "Saboteure im Eis" ist ein gelungenes Stück Fernsehen auf ernstem geschichtlichem Hintergrund.

Zeit für ernste Themen

Nach der ganzen Feiertagsstimmung und Gefühlsseligkeit an Weihnachten und zum Jahreswechsel ist es nun wieder an der Zeit für ernstere Themen. Das scheint jedenfalls die ARD zu denken, die ab 2. Januar an drei Tagen in Doppelfolgen die norwegisch- dänisch-britische Koproduktion "Saboteure im Eis" ausstrahlt.

Darin geht es um den Versuch der Nationalsozialisten, während des Zweiten Weltkriegs eine Atombombe zu entwickeln. Dafür wird sogenanntes "Schweres Wasser" benötigt, das aber nur in einer abgelegenen norwegischen Fabrik in Rjukan hergestellt wird. Nach der Besetzung Norwegens kontrolliert Deutschland die Produktion des Schweren Wassers, und Norweger und Alliierte versuchen, die Bemühungen des Dritten Reichs zu sabotieren.

Geschichte als Prozess

Eine der Hauptfiguren der Miniserie ist der deutsche Physiker Werner Heisenberg, den Christoph Bach als ebenso interessanten wie schwer durchschaubaren Charakter anlegt. Auch sonst ist die Besetzung mit Namen wie Peri Baumeister, Anna Friel und Espen Klouman-Høiner sowohl international als auch hochklassig.

Fernab von Nazi-Klischees zeigen die Macher der Serie Geschichte als komplexen und spannungsvollen Prozess, ohne freilich moralische Fragen auszuklammern. Schade nur, dass diese auch optisch ansprechende Qualitätsarbeit von der ARD immer erst ab 23 Uhr gesendet wird.

Autor: Sebastian Hagner

2.1.2018, 17.25 Uhr

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