Kritik: Krügers Odyssee

Göttliche Komödie

"Krügers Odyssee" ist ein charmanter Roadtrip durch Griechenland, der manch liebgewonnenes Vorurteil augenzwinkernd entkräftet.

Krüger in Griechenland

Mit seinem Alter Ego Paul Krüger hat Publikumsliebling Horst Krause einiges gemein. Er ist ein Berliner Urgestein, nicht eben redselig und hat gerne seine Ruhe. Nach "Krüger aus Almanya" begibt sich der Titelheld zum zweiten Mal in die Ferne - notgedrungen.

In Griechenland will er den verschollenen Vater seiner Enkelin Annie aufspüren, ohne den diese partout nicht vor den Traualtar treten möchte. Flankiert von seinen Boule-Kumpels Ecki (Jörg Gudzuhn) und Bernd (Fritz Roth), geht es auf der Suche nach dem untreuen Hallodri über Berg und Tal und durch stürmische Gewässer. Ungewohnte Kost, fragwürdige Verkehrsmittel und selbst eine echte Sirene können das Trio nicht aufhalten.

Hilfsbereite Hellenen

Die Hilfsbereitschaft der Hellenen entschädigt die Freunde dabei für manche Strapaze. "Ich hab schon Dichtungsringe gegessen, die besser schmecken": Eckis Begeisterung über Calamari hält sich in Grenzen.

In seinem Roadtrip lässt Marc-Andreas Bochert (Buch und Regie) augenzwinkernd zwei Kulturen aufeinanderprallen und entkräftet dabei manch lieb gewonnenes Vorurteil. Getragen von liebenswert-schrägen Unikaten entsteht eine wahrhaft göttliche Komödie, die mit traumhaften Bildern das Fernweh weckt. Am Ende ist nicht nur Krüger klüger, sondern auch der Zuschauer: "Ne" heißt in Griechenland "ja". Da sage noch einer, dass Fernsehen nicht bildet!

Autor: Florian Büttner

5.1.2018, 14.41 Uhr

TV-Kritik empfehlen