Kritik: Young Sheldon

Klein-π macht auch Mist

Das "The Big Bang Theory"-Prequel "Young Sheldon" ist kein Geniestreich, punktet aber mit einer tollen Besetzung.

Ein kleines Genie

"Seit zehn Jahren sprechen wir bei 'The Big Bang Theory' über die Kindheit der Serienfigur Sheldon. Darsteller Jim Parsons fragte mich eines Tages, warum wir nicht eine Serie darüber machen. Ich fand die Idee großartig", erklärt Produzent Chuck Lorre. Nun also erzählt "Young Sheldon" die Entwicklungsgeschichte Sheldon Coopers, jenes theoretischen Physikers mit einem gemessenen IQ von 187 und einem EQ von geschätzt -56.

Dabei ist die Story um das kleine Genie, das in einer stockkonservativen Familie in Texas aufwächst und mit neun Jahren bereits die Highschool besucht, weniger TBBT-Prequel als eine sehr brave "Malcom mittendrin"-Variante. Eine Serie, die man sogar als TBBT-Hasser mögen kann - aber mit der sich die Fans der Nerds schwertun werden. Schließlich verpufft jeder Gag, wenn er erklärt wird. Genau das aber tut "Young Sheldon": Der Ableger erklärt sämtliche Pointen, die in der Mutterserie über Sheldons Kindheit gerissen wurden.

Tolle Darsteller

Immerhin ist das Format klasse besetzt. Iain Armitage gibt den Mini-Cooper als gut verträgliche Mischung aus putzig und altklug. Und ein echter Coup gelang beim Casting von Sheldons Mom: Die wird in TBBT von Laurie Metcalf gespielt - und in "Young Sheldon" von deren Tochter Zoe Perry. Zwar ist die Serie selbst bei weitem kein Geniestreich - aber Klein-Pi macht bekanntlich auch Mist.

Autor: Martina Borgschulze

8.1.2018, 17.12 Uhr

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