Kritik: Tannbach - Schicksal eines Dorfes

Geschichte(n)

Die "Tannbach"-Fortsetzung im ZDF begeistert mit einem Top-Ensemble, anspruchsvoller Handlungsfülle sowie einer beeindruckenden Ausstattung.

Anna Erler (Henriette Confurius) und ihr Vater Georg von Striesow (Heiner Lauterbach)

Das geteilte Dorf

Als das ZDF Anfang 2015 seinen Dreiteiler "Tannbach" ausstrahlte, schalteten im Schnitt rund sechseinhalb Millionen Zuschauer ein. So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung entstehen würde. Diese wird nun drei Jahre später gesendet.

Im fiktiven Dorf Tannbach, durch dessen Mitte die Grenze zwischen West- und Ostdeutschland verläuft, sind derweil acht Jahre vergangen. Man schreibt das Jahr 1960. Der Kalte Krieg ist in vollem Gang und fordert gleich zu Beginn des neuen Dreiteilers ein Opfer: Emil, ein Enkel von Franz Schober (Alexander Held), kommt beim Spielen im Wald durch eine Granate ums Leben. Diese stammt aus dem Arsenal einer Geheimarmee der NATO, der auch Georg von Striesow (Heiner Lauterbach) angehört. Im Osten sollen Friedrich und Anna Erler (Henriette Confurius) derweil dafür sorgen, dass die Bauern der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft beitreten. Das sind nur zwei der Handlungsstränge, die allein in der Auftaktfolge gesponnen werden.

Große Geschichte und Einzelschicksale

Wie schon in der ersten Staffel verbindet sich in Tannbach die große Geschichte mit den individuellen Schicksalen. Handlungsfülle und Ausstattung sind beeindruckend, gehen aber auf Kosten der Charakter-Entwicklung. Da ist es hilfreich, dass die Figuren durch die Bank von Top-Stars des deutschen Fernsehens gespielt werden.

Autor: Sebastian Hagner

9.1.2018, 14.05 Uhr

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