Kritik: Herrgott für Anfänger

Allah mal lacha!

"Herrgott für Anfänger" bietet alles, was eine gelungene Die Culture-Clash-Komödie braucht: tolle Schauspieler, gute Einfälle und vor allem viel österreichischen Humor.

Unvergleichlicher Humor

Ein Mann zwischen zwei Frauen, Kulturen und Religionen. Nicht gerade innovativ, im Fall der Komödie "Herrgott für Anfänger" aber trotzdem ziemlich unterhaltsam. Das liegt einerseits am Drehbuch (Berith Schistek, Karl Benedikter), das trotz zahlreicher Klischees immer wieder mit ganz besonderen Momenten auftrumpft.

Dazu zählen die wenigen Auftritte Erni Mangolds, die auch mit 90 noch mehr Ausdrucksstärke in jedem Blick und Mundzucken hat als viele andere in ihrer Zunft. Vor allem aber lebt die Multikulti-Komödie vom unvergleichlichen österreichischen Humor und Wiener Schmäh.

Wiener Würstchen

Regie führte Sascha Bigler, Sohn der Großschauspielerin Christiane Hörbiger. Er inszenierte zuletzt die beiden Filme der "Kommissar Pascha"- Reihe. Deren Hauptdarsteller Tim Seyfi ist in "Herrgott ..." als junger Imam zu sehen, Biglers Cousin Cornelius Obonya hat einen Auftritt als Bischof. Das war es dann aber auch schon mit der Vetternwirtschaft.

Als temperamentvolle Heurigen-Wirtin macht Katharina Straßer ihrer auf ähnliche Rollen abonnierten Landsfrau Nina Proll Konkurrenz. Der bisher noch weitgehend unbekannte Hauptdarsteller Deniz Cooper versprüht jede Menge Charme und Witz. Wie Musa ist Cooper "ein Wiener Türke". Oder ein "türkischer Wiener", wie Musa zu Beginn feststellt. Doch da denke "dann jeder an ein exotisches Würstel".

Autor: Susanne Bald

10.1.2018, 13.57 Uhr

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