Kritik: Die Inselärztin

Gar nicht so neu

Die neue Reihe "Die Inselärztin" im Ersten erinnert ein wenig an das 2014 geschlossene "Traumhotel".

Fernweh

TV-Krimis aus Köln oder Dresden? Gibt es bei der ARD praktisch nur noch im "Tatort". Mörder werden fast nur noch an illustren Reisezielen – auf Neudeutsch: "Hot Spots" - gejagt. Jetzt hat der Trend auch die Dienstleistungsbranche erfasst. Unlängst nahm "Das Kindermädchen" auf Mauritius seinen Dienst auf, gedreht wurde im März/April 2017.

Ab Mai diente das Traumurlaubsziel der Deutschen dann als Kulisse für "Die Inselärztin". Protagonistin der neuen Filmreihe auf dem "Endlich Freitag!"-Sendeplatz im Ersten: Eine lässige Medizinerin, die in einem Luxusressort im Inselparadies neu durchstartet. "Hi! Filipa, die neue Pflasterkleberin und Sonnencremeverschreiberin" – stellt sie sich an ihrem neuen Arbeitsplatz vor.

Sympathische Hauptdarstellerin

Verkörpert wird Filipa – zugegebenermaßen sehr sympathisch – von Anja Knauer. "Die Kamera und Inszenierung ist sehr modern, die Figuren sind es auch", schwärmt die Schauspielerin. Und bei der ARD glaubt man offenbar, mit dem Mix aus Hotelgeschichten und Medical-Drama den Stein der Weisen gefunden zu haben.

Wo tatsächlich der große Unterschied zum 2014 geschlossenen "Traumhotel" liegt, das lange Jahre als ARD-Pendant zum ZDF-"Traumschiff" für Quote sorgte? Bei den platten Dialogen sicherlich nicht. Sei's drum. Das eine wie das andere unterhält dieselbe Zielgruppe. Und das durchaus gekonnt.

Autor: Stefanie Moissl

19.1.2018, 14.09 Uhr

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