Kritik: Gestüt Hochstetten

Pferdemärchen

"Gestüt Hochstetten" ist die erste eigenproduzierte Serie des österreichischen Senders Servus TV. Bei uns läuft der Vierteiler im Ersten.  

Österreichische Pferdesaga

Früher sprach man im Zusammenhang mit Western gern von "Pferdeopern". Um eine Pferdesaga ganz anderer Art handelt es sich bei "Gestüt Hochstetten". Die erste eigenproduzierte Serie des Senders Servus TV läuft nun auch im deutschen Fernsehen – und zwar zur besten Sendezeit in der ARD.

Im Mittelpunkt steht die junge Alexandra (Julia Franz Richter), die in Wien ein eher tristes Dasein fristet, in einer Brotfabrik arbeitet und ganz bescheiden von einem eigenen Backshop träumt. Doch dann erfährt unsere eher mürrische, dabei aber natürlich herzensgute Heldin, dass sie die uneheliche Tochter eines verstorbenen Gutsherrn ist und von diesem zur Alleinerbin des Gestüts Hochstetten bestimmt wurde. Alexandra ist ebenso überrascht wie ihre drei Halbgeschwister, die sie nun kennenlernt und die sich als entweder intrigant, versponnen oder versoffen erweisen.

Wie aus den 50ern

Die Serie wurde von der Produktionsgesellschaft SamFilm verantwortet, die sich sonst eher auf Kinder- und Jugendfilme spezialisiert hat. Das merkt man auch "Gestüt Hochstetten" an. Handlung und Charaktere sind so unverfroren simpel wie in einem Märchen oder einem Heimatfilm aus den 50er- Jahren. Auf einen kernigen Westernhelden wie Gary Cooper in "Zwölf Uhr mittags" oder eine starke Saloonbesitzerin wie Joan Crawford in "Johnny Guitar" wartet man hier leider vergebens.

Autor: Sebastian Hagner

22.1.2018, 15.21 Uhr

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