Kritik: Sankt Maik

Der böse Hirte

Die RTL-Eigenproduktion "Sankt Maik" punktet mit guten Gags und einem verschmitzten Titelhelden als Gauner im Priestergewand. 

Alles andere als fromm

RTL und eine Pfarrerserie – wie das zusammenpasst? Auf den ersten Blick gar nicht. Und deshalb ist der Protagonist in dieser RTL-Eigenproduktion folgerichtig auch alles andere als fromm. Maik ist noch nicht mal ein richtiger Pfarrer, sondern ein Gauner auf der Flucht, der sich als Gottesmann verkleidet hat. Glück für ihn, dass man ihn unterwegs für den neuen Gemeindehirten in einem Dorf namens Läuterberg hält.

Allerdings hält der Job so manches Fettnäpfchen bereit für einen, der noch nicht mal das Vaterunser auswendig kann. Die Story klingt nach Schenkelklopfer-Humor, ist aber überraschend unverkrampft umgesetzt. Dass Headautorin Vivien Hoppe ("Türkisch für Anfänger", "Doctor's Diary") verlässlich gute Gags liefert, ist schon mal die halbe Miete.

Vielversprechender Newcomer

Für den Rest sorgt Schauspieler Daniel Donskoy alias Maik. Der 27-Jährige gibt den Ganoven in Soutane mit Verve und Verschmitztheit. Eine Mischung, die dem in Moskau geborenen Newcomer schon jede Menge Aufmerksamkeit bescherte, als RTL die ersten Trailer zur neuen Serie auf Sendung schickte. Die Geschichte mit den getauschten Identitäten dürfte den RTL-Zuschauern ziemlich bekannt vorkommen. Erst vor wenigen Monaten wurde David Rott in "Bad Cop" vom Gauner zum Polizisten. Und scheiterte gnadenlos. Möge "Sankt Maik" mit besseren Quoten gesegnet sein.

23.1.2018, 14.18 Uhr

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