Kritik: Die Notlüge

Viel Lärm, viel Spaß

Eine Familienfeier entwickelt sich für Josef Hader und Pia Hierzegger in der starken Komödie "Die Notlüge" zur Katastrophe.

Paraderolle für Hader

Hubert und Helga sind getrennt, beide haben neue Partner. Um den gemeinsamen Nachwuchs kümmert sich das Expaar weitestgehend kooperativ. Und so fährt die Patchworkfamilie gemeinsam zum Geburtstag von Oma Marianne. Doch Hubert ist zu feige, seiner alten Mutter die Trennung von Helga zu beichten. Drehbuchautorin und Darstellerin Pia Hierzegger schrieb dieses konfliktscheue Muttersöhnchen ihrem langjährigen Film- und Lebenspartner Josef Hader auf den Leib.

Aus Huberts kleiner Lüge entwickelt sich eine Kaskade von weiteren Unwahrheiten, Vorwürfen, Beleidigungen und Sticheleien, die sich immer wieder zu bitterbösen Messerstichen auswachsen. "Wann fahren wir eigentlich wieder?" erkundigt sich die Teenagertochter, Tante Traute fragt die Oma: "Magst dich nicht ein bisschen hinlegen vor der Torte?" Mittendrin steht der Bezirksvorsteher samt Kapelle vor der Tür, um der Jubilarin seine Ehre zu erweisen.

Tolles Ensemble

Jeder, der einmal auf einer Familienfeier war, dürfte vieles wiedererkennen. Die Dialoge sind wunderbar pointiert, aber sie wären nichts ohne das tolle Ensemble. Neben Hader und Hierzegger überzeugen Brigitte Hobmeier, Andreas Kiendl, Regina Fritsch und Christine Ostermayer. Als die Lüge auffliegt, verkündet die Oma, ihr sei völlig egal, wer mit wem zusammen sei. Hauptsache glücklich. Viel Lärm um nichts also – und dabei sehr unterhaltsam.

Autor: Susanne Bald

24.1.2018, 14.41 Uhr

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