Kritik: Die Geister des Flusses

Das dunkle Herz

Die spannende französische Miniserie "Die Geister des Flusses" kombiniert geschickt Thriller- und Fantasy-Elemente. 

Durch den Regenwald

"In Guyana wirst du zum Indianer". So lautet ein Spruch der Festland-Flics, die es ins Übersee-Department Französisch-Guyana verschlagen hat. Wie viel Wahrheit darin steckt, erlebt die Polizistin Chloé (Stéphane Caillard), als sie mit ihrem einheimischen Partner Dialo (Adama Niane) einen entführten Jungen sucht.

Die Ermittlungen führen das ungleiche Duo in den dichten Regenwald des Landes, wo die Nachfahren der afrikanischen Sklaven in bizarren Ritualen den Flussgott Iskander anbeten. Neben einem geisterhaften Täter, der Kinder verschleppt, müssen es die Gendarmen mit ihren eigenen Dämonen aufnehmen.

Drastische Bilder

Gemarterte Geiseln, Tieropfer, nackte Haut: Um den von ihm erschaffenen Iskander-Kult glaubhaft zu machen, setzt Regisseur Olivier Abbou auf drastische Bilder. Die in Blut geschriebene Handlung der Voodoo-Story nimmt den Zuschauer mit ins dunkle Herz der grünen Hölle.

Geschickt mixt Abbou Thriller- und Fantasy-Elemente zu einem Vierteiler, der bis ins spirituell anmutende Finale die Spannung hält. "Der Urwald zwingt den Menschen seine Gesetze auf und kann sie in den Wahnsinn treiben", so Abbou. Ein Hauch von Wahn, den die Serie aus jedem Pixel schwitzt.

Autor: Florian Büttner

26.1.2018, 15.34 Uhr

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