Kritik: Tabula Rasa

Sturm im Kopf

Die belgisch-deutsche Koproduktion "Tabula Rasa" ist starke Suspense-Kost mit einer grandiosen Hauptdarstellerin.

Erinnerungslücken

Dass es Veerle Baetens versteht, die seelischen Tiefen ihrer Charaktere auszuloten, bewies sie schon als Mutter eines krebskranken Kindes in "The Broken Circle". Für das Drama heimste sie den Europäischen Filmpreis ein. In der belgisch-deutschen Thriller-Serie macht Baetens als Hauptdarstellerin und Co-Autorin "reinen Tisch".

Sie schlüpft in die Rolle der Tänzerin Mie, die sich nach einem Unfall in der Psychiatrie wiederfindet. An ihr Leben vor dem Unglück mit Mann und Kind hat sie nur bruchstückhafte Erinnerungen. Und auch neue Informationen kann sie nur schwer speichern: In Stressmomenten "fegt ein Sandsturm die Erinnerungen hinweg".

Guter Auftakt

Keine gute Ausgangslage für Kommissar Wolkers (Gene Bervoets). Für ihn ist Mie die einzige Zeugin im Fall des verschwundenen Thomas De Geest. Geschickt fügt Serienschöpferin Malin-Sarah Gozin ("The Clan") die Puzzleteile in Mies Kopf zu einer spannenden Geschichte zusammen.

Dabei weiß der Zuschauer nie genau, was Realität ist, und was nur der Fantasie der grandios gespielten Hauptfigur entspringt. Wenn die weiteren Teile der Serie das Niveau der Auftaktfolge halten, möchten wir gerne mehr von diesen Suspense-Snacks auf den Tisch bekommen.

Autor: Florian Büttner

1.2.2018, 15.54 Uhr

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