Kritik: River

Der Fluss des Lebens

Die BBC-Serie "River" ist ein Drama über Einsamkeit – verpackt in einen Krimi.

Ein komischer Kauz

Ein Mann und eine Frau sitzen im Auto und unterhalten sich. Der Umgangston ist vertraut, und bald wird deutlich, dass es sich um Kollegen handelt, Polizisten zumal. Dass Stevie (Nicola Walker) eigentlich tot ist und ihr beruflicher Partner John River (Stellan Skarsgård) nicht nur sie, sondern auch andere Tote sieht und hört - oder das zumindest glaubt - das erfährt der Zuschauer erst später.

Für die Menschen in Rivers Umfeld sieht es immer so aus, als rede er mit sich selbst, Kein Wunder also, dass er bei Kollegen und Vorgesetzten als komischer Kauz gilt.

Mehr Drama als Krimi

Ein eigenbrötlerischer Ermittler mit einer ungewöhnlichen Gabe, die sich leicht auch als Fluch deuten lässt: Figuren dieser Art gab es viele in den Fernsehserien der letzten Jahre. Doch "River" ist anders. Die von der preisgekrönten Dramatikerin und Autorin Abi Morgan ("The Hour", "Die eiserne Lady") entwickelte Serie ist eine Studie über Einsamkeit, die im Gewand eines Krimis daherkommt.

In der Titelrolle brilliert auf ganz zurückgenommene Art und Weise der schwedische Charakterdarsteller Stellan Skarsgård, der immer gut ist, egal ob bei Lars von Trier oder in einem "Marvel"-Film. Die BBC zeigt mit "River" einmal mehr, was in Sachen TV-Serie möglich ist.

Autor: Sebastian Hagner

2.2.2018, 15.00 Uhr

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