Kritik: Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

Was kostet Ewigkeit?

Die Science-Fiction Serie "Altered Carbon" zeichnet eine düstere Zukunftsvision, in der der menschliches Bewusstsein auf Speicherchips geladen werden kann.

Intelligente Science Fiction

Epochale Science-Fiction hat es schwer, als anspruchsvoll wahrgenommen zu werden. Was zählt, sind leider zu oft nur die spektakulären Bilder. Wer diesen Fehler bei Netflix‘ aufwendiger Verfilmung von Richard K. Morgans Cyberpunk-Bestseller "Altered Carbon" macht, verpasst einen der wohl intelligentesten und erschreckendsten Diskurse über Menschlichkeit und Moral.

Der Körper als Hülle

In der Zukunft kann das Bewusstsein eines Menschen digitalisiert, gespeichert und in einen beliebigen Körper übertragen werden. Das hat die wirtschaftliche Elite praktisch unsterblich gemacht. Nach einem Aufstand gegen diese Weltordnung lag Takeshi Kovacs, einziger Überlebender der Elite-Sternenkrieger "Envoys", jahrhundertelang auf Eis. Der Tycoon Bancroft transferiert ihn in einen neuen Körper. Für seine Freiheit und Reichtum soll Kovacs einen Mord aufklären - den an Bancroft selbst.

"Altered Carbon" entführt in eine Zukunft in der Utopie und Dystopie vom Vermögen abhängen. Die Superreichen leben wie Götter über den Wolken. Alles ist käuflich, ein Körper nicht mehr als ein getuntes Accessoire. Doch einige Dinge lassen sich nicht so einfach digitalisieren: ein Gewissen oder eine Seele zum Beispiel.

Autor: Kristin Lenk

5.2.2018, 18.04 Uhr

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