Kritik: Vorstadtweiber

Staffel 3

Auch in der 3. Staffel funktioniert die österreichische Serie "Vorstadtweiber" nach bewährtem Rezept. Schade nur, dass die ARD die Wiener Weiber ins Nachtprogramm verbannt hat.

Luxusluder in Nöten

"Geh scheiß'n!" Tja, die Schickeria-Luder aus der Wiener Vorstadt haben nun mal ihren eigenen Charme - und der ist nicht immer ganz stubenrein. Mit ausgefahrenen Krallen stöckelt die Hausfrauen-Horde in die dritte Staffel. Allzu glamourös verläuft ihr Leben ob des sozialen Abstiegs ihrer Männer derzeit nicht.

Caros (Martina Ebm) Mann Hardy (Bernhard Schir) hat das Banker-Outfit mit dem Bademantel getauscht und hängt an der Flasche. Und Waltrauds (Maria Köstlinger) Fast-Ehemann, Ex-Minister-Schnitzler, leistet ihm Gesellschaft. Kein Wunder, dass Waltraud, nach dem Attentat auf sie kaum aus dem Koma erwacht, fordert: "Wir brauchen neue Männer: reich, potent und ehrlich".

Per App zum Liebesglück

Aber wo soll man solche Übermenschen hernehmen? Während Caro per App zum Liebesglück kommen will ("Gratis-Lover aus Bratislava"), wirft Waltraud ein Auge auf ihren Pfleger. Und Maria (Gerti Drassl) erhält eine Liebeserklärung von ihrem Callboy.

"Desperate Housewives" mit Schmäh: Das Rezept der Serie funktioniert auch in den neuen Folgen. Herrlich überzeichnete Charaktere sowie herb-herzliche Dialoge machen erneut den Reiz aus. Schade nur, dass die Weiber der schwächelnden Quoten wegen ins Nachtprogramm verbannt wurden. Sei's drum: Im Abendkleid machen die Damen eh' die beste Figur.

Autor: Florian Büttner

8.2.2018, 7.49 Uhr

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