Kritik: Der Film, der Ingmar Bergman rettete

Großer Künstler

Die Doku bei Arte gibt spannende Einblicke in die düstere Weltsicht des schwedischen Meisterregisseurs Ingmar Bergman. 

Produktive Krise

In den 50er-Jahren hatte sich Ingmar Bergman mit Filmen wie "Das Lächeln einer Sommernacht", "Das siebente Siegel" und "Wilde Erdbeeren" einen Namen gemacht. Der schwedische Regisseur wurde international als Autorenfilmer und großer Künstler gefeiert.

Doch Mitte der 60er-Jahre steckte Bergman in einer persönlichen und beruflichen Krise. Wie er diese mit "Persona", einem seiner radikalsten und bis heute berühmtesten Werke überwand, davon erzählen die Autorin Maria Sjöberg und die Regisseurin Manuelle Blanc in ihrer Dokumentation "Der Film, der Ingmar Bergman rettete".

Viele O-Töne

Der Titel mag zunächst übertrieben erscheinen, doch er geht auf eine Äußerung des Regisseurs zurück. Die vielen Interviewausschnitte mit ihm sind ohnehin eine der Stärken der Doku. Bergman wirkt sehr ernsthaft, hochintelligent und reflektiert. Auch die Aussagen der Schauspielerin Liv Ullmann, Bergmans Muse und zeitweiliger Lebenspartnerin, sowie von Regie-Kollegen und Filmexperten sind aufschlussreich.

Gerade Ullmann, eine der Hauptdarstellerinnen in "Persona", sorgt erfreulicherweise mit etwas Humor für ein Gegengewicht zu der intellektuell anspruchsvollen und eher düsteren Weltsicht Bergmans. Wen die Doku neugierig gemacht hatte, der konnte gleich im Anschluss auf Arte "Persona" schauen. 

Autor: Sebastian Hagner

9.2.2018, 9.37 Uhr

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