Kritik: Fremder Feind

Geschichten vom Krieg

Das Kammerspiel "Fremder Feind" erzählt zwei beklemmende Kriegsgeschichten. In den Hauptrollen brillieren Ulrich Matthes und Barbara Auer.

Stimmig verzahnt

Der Krieg ist ein fremder Feind. Und als solcher kommt er gleich zweimal in das Leben des Lehrers Arnold Stein (Ulrich Matthes). Konsequenterweise erzählt Regisseur Rick Ostermann ("Wolfskinder") dann auch zwei ganz unterschiedliche "Kriegsgeschichten", die er aber absolut stimmig miteinander verzahnt. 

In der einen bekommt es der Pazifist Stein in der Abgeschiedenheit eines Alpentals mit einem Unbekannten zu tun, der seine Hütte verwüstet und seinen Hund verletzt. Stein nimmt den Kampf auf. In der anderen rollt der beklemmende Film in Rückblenden auf, weshalb sich Stein als Einsiedler in die Bergwelt zurückzieht. Sein Sohn Chris hat sich für einen Bundeswehreinsatz in einem Kriegsgebiet verpflichtet. Arnold und seine Frau Karen (Barbara Auer) durchleben eine aufreibende Zeit zwischen Bangen und Hoffen.

Großes Fernsehen

Die Romanvorlage zum Kammerspiel stammt von Jochen Rauch und heißt schlicht "Krieg". Fasziniert hat Ostermann die Frage: "Wie verhält sich ein Pazifist, wenn er selbst in einen Konflikt gezwungen wird?" Die filmische Umsetzung macht greifbar, wie ein zunächst ferner Krieg in das Leben der Daheimgebliebenen eindringt. Und das facettenreiche Spiel von Ulrich Matthes und Barbara Auer macht ganz großes Fernsehen aus den beiden Kriegsgeschichten.

Autor: Björn Sommersacher

21.2.2018, 17.14 Uhr

TV-Kritik empfehlen