Kritik: Nix Festes

Und wir so: Och nö!

Die Sitcom "Nix Festes" bei ZDFneo hat ihre Momente, arbeitet sich im Großen und Ganzen aber zu sehr an Klischees über die hippe Hauptstadt ab.

Überdosis Berlin-Klischees

Berlin? Echt jetzt? Eine Serie über ein paar Thirtysomethings, die ihren Platz im Leben suchen? In Berlin? Berlin ist doch "so vorbei" – findet jedenfalls der Fernsehproduzent, dem die – genau! – Thirtysomethings Wiebke (Josefine Preuß) und Jonas (Sebastian Fräßdorf) ihre – wir ahnen es – Serie über ihre orientierungslose Generation vorstellen.

Ja, "Nix Festes" ist angenehm selbstironisch – in den ersten 2 Minuten. Denn danach haken Regisseur Christoph Schnee und sein Autorenduo Markus Barth und Lars Albaum nur noch Berlin- und "Generation Y"-Klischees ab: vegane Hipster? Check! Promiskuitive Schwule? Check! Übellaunige Wirte? Transgender-Typen und Tinder-Dates? Check, check, check!

Nonsens am laufenden Band

Eine Pointe jagt die andere, und weil sie nur grob in eine Rahmenhandlung verpackt werden, erinnert "Nix Festes" weniger an Sitcom-Juwelen wie "Friends" oder "How I Met Your Mother", sondern eher an "Nonstop Nonsens".

Das hat seine Momente, etwa wenn Koch Basti (Tim Kalkhof) und Hundekuchenbäckerin Jenny (Marie Rathscheck) von einem dieser Hundebesitzer verfolgt werden, die "ja auch immer hysterischer werden". Aber das reicht nicht, damit aus uns Zuschauern und der Serie was Festes wird. Und wir geben dem eingangs erwähnten Produzenten recht: So eine Serie dürfte auch mal in Wuppertal spielen.

Autor: Martina Borgschulze

28.2.2018, 16.34 Uhr

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