Kritik: Die Firma dankt

Wahnsinnige neue Arbeitswelt

"Die Firma dankt" ist ein brillanter Mittwochsfilm, der den Wahnsinn der neuen (digitalen) Arbeitswelt gekonnt karikiert.  

Wahnsinniges Szenario

Regisseur Paul Harather nahm sich mit "Die Firma dankt" eines viel gespielten Theaterstücks an und inszenierte ein beeindruckendes Kammerspiel mit surrealen Einschüben, fantastischen Szenarien, aber auch schmerzhaft realen Elementen.

Es geht um Werte, für die ein Angestellter sein ganzes Berufsleben lang gelebt und gearbeitet hat. Wo sind sie geblieben? Es regiert die Beliebigkeit, der Gleichmut, die Wertelosigkeit. Thomas Heinze spielt in diesem verrückt genial wahnsinnigen Szenario den "normalen", den Übriggebliebenen. Die Kollegen sind nach der Übernahme durch die "Internetfirma" allesamt entlassen worden.

Schöne neue Arbeitswelt?

Ludwig Trepte ist der Stellvertreter der neuen Generation. Seine Bühne ist die neue Denkweise, die alles und zugleich gar nichts vermittelt. Er will keine Produkte verkaufen, es ist ja schon alles da! Nein, er will den Prozess des Kaufens verkaufen. Oder noch besser: den Prozess des Nichtkaufens!

Der Lümmel im Freizeitdress bestaunt das Unikum aus der "alten Welt", den Mann, der verzweifelt nach Strukturen sucht, die längst aufgelöst sind. Gloria Endres de Oliveira rudert als assistierende Mayumi hilflos zwischen diensteifriger Beflissenheit und vollkommener Hilflosigkeit im sinnbefreiten Raum. Der Wahnsinn der neuen Arbeitswelt wird bis zur Schmerzgrenze karikiert, und so erst recht sichtbar gemacht.

Autor: Andreas Herden

1.3.2018, 16.28 Uhr

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