Kritik: Bad Banks

Im Krisenmodus

Der 6-Teiler "Bad Banks" bietet einen spannenden Blick hinter die Fassade der Investment-Industrie. Paula Beer glänzt in der Hauptrolle als ambivalente Karrieristin.

Realistisch?

Als wollten sie Werbung für den Sechsteiler machen, haben die Manager einer schlechten Bank aus dem Norden uns mal wieder vor Augen geführt, wie viele Steuermittel notwendig sind, um das System am Laufen zu halten.

Dabei hätte "Bad Banks" solche Werbung nicht nötig: So rasant, so hintergründig und so durchdacht müssen Serien sein, damit sie uns bis zum Ende einfangen. Dass dies auch noch mit dem schwer durchschaubaren Thema "Investmentbanking" gelingt, macht die Sache noch erfreulicher. Ob wir damit wirklich die Realität hinter den Glasfassaden präsentiert bekommen, mag dahingestellt sein – ganz so mörderisch und abenteuerlich dürfte der Alltag der Anzugträger bzw. Kostümträgerinnnen nicht sein.

Gut gespielt!

Aber die Erfahrungen der jungen Jana fesseln von Beginn an; Paula Beer spielt die Karrieristin mit Neigung zu Panikattacken überzeugend, lässt den Zuschauer lange zweifeln, ob die Figur im Grunde sympathisch oder abstoßend ist. Ebenso gut sind Beers meist recht unbekannte Kollegen, überraschend souverän gibt dazu Désirée Nosbusch die Grande Dame der profitgierigen Gemeinde.

Um noch eine viel diskutierte Krise aufzugreifen, die des gebührenfinanzierten Fernsehens: "Bad Banks" beweist, dass der vermeintlich unflexible Apparat durchaus zeitgemäße Produktionen hervorbringen kann.

Autor: Oliver Kinser

2.3.2018, 13.35 Uhr

TV-Kritik empfehlen