Kritik: First Dates - Ein Tisch für zwei

Kuppelei à la carte

In der Vox-Show "First Dates" verkuppelt Spitzenkoch Roland Trettl Singles beim gemeinsamen Dinner. 

Einfaches Rezept

Liebe geht durch den Magen, sagt man. Erstaunlich eigentlich, dass es eine kulinarisch marinierte Dating-Show erst jetzt ins Programm eines größeren Senders schafft. Die Zutaten und auch das Rezept sind simpel: Der Südtiroler Charmebolzen und TV-Koch Ronald Trettl begrüßt mehrere Singles in einer zum Restaurant umfunktionierten Industriehalle (sieht man) in Köln, kocht ihnen etwas Leckeres und kommentiert von Zeit zu Zeit die lukullisch-amourösen Entwicklungen an den Tischen.

Schlechter Geschmack

Spitzenkoch Trettl ist vor gut zwei Jahren als Ersatz für Tim Mälzer bei "The Taste" eingesprungen und hat seitdem eine eigene kleine Fangemeinde. Nach einem Experiment mit Foodtrucks ("Die Karawane der Köche") folgt jetzt der rasante Karriereschritt vom TV-Koch zum TV-Kuppler mit täglichem Vorabendformat. Besonders viel zu tun Amor Trettl aber nicht, die Bühne gehört ganz und gar den liebeshungrigen Singles.

Die sind – wie in anderen einschlägigen Formaten – keine Posterboys und It-Girls, sondern ganz normale Leute: in jedem Alter, aus jeder sozialen Ecke und sowohl hetero als auch homo. Das ist gut, aber trotzdem: Leute beim Essen beobachten, und dann auch noch beim ersten Date, das zeugt einfach von schlechtem Geschmack. Und Trettl übernimmt nicht mal die Rechnung, die dürfen seine Gäste schön selbst bezahlen.

Autor: Björn Sommersacher

6.3.2018, 16.27 Uhr

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