Kritik: Louder than Bombs

Ein Minenfeld

Der norwegische Filmemacher Joachim von Trier will mit "Louder than Bombs" Verlustschmerz visualisieren. Das gelingt nur teilweise.

Gewagtes Unterfangen

Der Verlust eines Familienmitglieds ist wohl nie schmerzfrei. Ganz gleich, wie der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Personen zuvor war, selten ist danach an ein "Weitermachen wie bisher" zu denken. 

Dieses emotionale Minenfeld versucht der norwegische Filmemacher Joachim von Trier in seinem Film "Louder than Bombs" zu ergründen und zu visualisieren. Ein hehres Unterfangen, das leider nicht auf ganzer Spielfilmlänge überzeugen kann. 

Ein leiser Knall

An den Darstellern liegt es freilich nicht: Gabriel Byrne, Jesse Eisenberg und Devin Druid geben das charakterstarke Männertrio, das den überraschenden Tod der Mutter (Isabelle Huppert) verarbeiten muss und seine Trauer ganz unterschiedlich versucht zu bewältigen. Das Drama widmet jedem der vier Charaktere viel Zeit, kann die einzelnen Erzählstränge aber nie überzeugend zusammenführen. 

Während der Vater sich in eine Affäre mit einer Kollegin flüchtet, ballert sich sein jüngerer Sohn den Frust bei Computerspielen von der Seele. Sein älterer Bruder hingegen entdeckt mehrdeutige Fotos seiner Mutter, vernachlässigt gleichzeitig jedoch seine eigene Familie, die gerade um ein Kind reicher geworden ist. "Louder than Bombs" ist ein Werk mit großen Ambitionen, getragen von wunderbaren Schauspielern, aber kein Film, der "einschlägt wie eine Bombe".

Autor: Csaba Lázár
 

4.7.2018, 13.06 Uhr

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