Kritik: Auf der Spur des rechten Terrors

Viele Fragen bleiben

Trotz Urteil im NSU-Prozess sind längst nicht alle Fragen geklärt, wie die Doku "Auf der Spur des rechten Terrors zeigt".

Atemlos

Der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) und seine Taten lassen Deutschland nicht los. Gestern wurde das Urteil im Prozess gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte gefällt – nach gut fünf Jahren Verhandlung und mehr als zehn Jahre nach dem letzten Mord des NSU. 

Viele Prozessbeobachter, Nebenkläger und Opferanwälte sind sich einig, dass von vollständiger Aufklärung der Aktivitäten der terroristischen Vereinigung keine Rede sein kann. Dieses Themas nimmt sich Rainer Fromm in seiner Dokumentation "Auf der Spur des rechten Terrors" an. 

"Die sieben Geheimnisse des NSU" 

So lautet der etwas reißerische Untertitel, diese Geheimnisse will er zusammentragen. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob die Alleintäterschaft von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe wirklich glaubhaft ist. "Die These der Bundesanwaltschaft, dass der NSU völlig losgelöst von Helfern, von potenziellen Mittätern gemordet habe, gilt als widerlegt", sagt der in Fromms Doku interviewte Opferanwalt Yavuz Narin. 

Rätselhaft bleibt auch die Rolle einiger V-Leute und verschiedener Verfassungsschutzämter. Fromm macht deutlich, dass mit dem Urteil gegen Zschäpe keinesfalls ein Schlussstrich unter den NSU gezogen werden kann. Wie schrieb einst Bertolt Brecht: "Wir sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen." 

Autor: Sebastian Hagner
 

11.7.2018, 13.59 Uhr

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