Kritik: This Is Us

Unruhe, wo keine ist

Die US-amerikanische Erfolgsserie "This Is Us" hat in der deutschen TV-Landschaft einen schwerden Stand.

Fehlanzeige

Seit ihrem Start 2016 hat die amerikanische Drama-Serie "This Is Us" viel positives Feedback bekommen, diverse Auszeichnungen wie beispielsweise einen Golden Globe für Darsteller Sterling K. Brown inklusive. 

In Deutschland verlief die Ausstrahlung der ersten Sta el auf Pro7 weniger enthusiastisch, weshalb die Folgen von Staffel 2 nun auf Sixx gesendet werden. Ein Sender, der offensiv um weibliches Publikum wirbt. Man(n) kann also vermuten, dass "This Is Us" – zumindest in den Augen der Programmverantwortlichen – eine Serie für Frauen ist. 

Was heißt "für Frauen"? 

Charaktere, die ihre Streitgespräche meist immer etwas ungezwungen und stets auf Harmonie bedacht führen? Protagonisten, die selbst in ihren dunkelsten Stunden sehr schick aussehen? Eine konstante, gefühlsbetonte musikalische Untermalung? Wer diesen Vorurteilen zustimmen kann, darf "This Is Us" gerne als feminine Produktion bezeichnen. 

Für eine Serie, die den deutschen Untertitel "Das ist Leben" trägt, finden sich dann aber doch zu viele Momente, die arg nach konstruierter Realität klingen, eingefangen meist mit einer selten ruhig positionierten Kamera. Das schafft Unruhe, wo keine ist. Denn so unspektakulär wie die Geschichte in Folge 1 von Staffel 2 wünschen sich die ZuschauerInnen den Alltag sicher auch. 

Autor: Csaba Lázár

17.7.2018, 15.22 Uhr

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