Kritik: Dingsda

Die "Neuauflage" des Rateklassikers "Dingsda" versprüht nur wenig Charme aus alten Zeiten. 

Wie die Zeit vergeht

"Der hat’s im Kreuz und ist der König der Dinosaurier". Hätten Sie’s gewusst? Genau. Es handelt sich um Jesus. Mit solchen Bonmots aus Kindermündern mauserte sich "Dingsda" in den 80er- und 90er-Jahren zur Kultsendung. 

30 Jahre später erweckt die ARD den TV-Klassiker wieder zum Leben. Die Stars: damals wie heute Kinder, die aus ihrer Sicht Promis die Welt erklären. Nur: Wo sind sie hin, die dauerzappelnden, nasepopelnden, einander ins Wort fallenden Dreikäsehochs der ersten Generation? 

Improvisation - Fehlanzeige!

Die Steppkes der "Dingsda"-Neuauflage wirken, als hätten sie den Kinder-Knigge eingebläut bekommen. Sitz gerade! Lass deinen Nachbarn ausreden! Schau, dass deine Kleidung sitzt! Auch ihre Begriffsbeschreibungen wirken wie auswendig gelernt. Schmerzlich vermisst man die Improvisationskünstler der ersten Stunde. Und wünscht sich angesichts der pseudo-hippen Neu-Moderatorin Mareile Höppner die erfrischend lässige Art ihres Vorgängers Fritz Egner zurück. 

Ein Glück, dass wenigstens zwei ihre Kinderseele bewahrt haben. Maximilian Arland und Stefan Mross kabbeln sich auf der Ratebank wie Schuljungen: "Jetzt sag a mol was!" "Nein, jetzt sag doch du!" Es mag moralinsauer klingen: Aber in einer Zeit, in der Grundschüler wie selbstverständlich das "Instagram" erklären, ist für kindlichen Charme kein Platz mehr. Uuuups. Jetzt ist es raus.

Autor: Florian Büttner

5.10.2018, 14.07 Uhr

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