Kritik: Hilda

Abrufbar bei Netflix

Die Zeichentrickserie "Hilda" ist ein Plädoyer für Toleranz, Freundschaft und Unangepasstheit.

Trip mit Trollen 

Rosarote Prinzessinnenträume? ZuckerwatteWolken und Einhörner? Sucht man bei "Hilda" vergeblich. Dafür gibt es in der neuen Trickserie Trolle, Stadtmauern und Hirschfüchse. Und mitten drin ein kleines blauhaariges Mädchen, das für ihre Geschlechtsgenossinnen die beste Identifikationsfigur seit Pippi Langstrumpf ist. 

Hilda, erschaffen von Comic-Autor Luke Pearson, lebt mit ihrer Mutter in einem Fantasieland irgendwo bei Norwegen. Sie ist neugierig, unerschrocken und hat ein Problem mit Autoritäten. Und Hilda besitzt eine ganz besondere Fähigkeit: Sie kann mit so gut wie allen Wesen Freundschaft schließen. 

Kleiner Freund

In Folge 1 mit dem winzigen Elfling Alfur. Den sie allerdings erst sehen darf, nachdem sie eine ganze Menge "Papierkram" unterzeichnet hat. Alfurs Premierminister will derweil Hilda und ihre Mum aus dem Zauberwald vertreiben – sein Wahlversprechen ans Elfenvolk, das sich von den riesigen Menschen belästigt fühlt.

Da erkennt man doch die ein oder andere derzeit grassierende Parole wieder. "Hilda" ist ein Plädoyer für Toleranz, Freundschaft und Unangepasstheit. Offiziell ist die Serie für Kinder ab sechs Jahren gedacht. Aber auch Erwachsene dürften an den skurrilen und liebevoll animierten Geschichten ihre Freude haben. Sofern sie fantasiebegabt sind. Und den Papierkram unterschrieben haben.

Autor: Martina Borgschulze

8.10.2018, 13.21 Uhr

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