Kritik: Die Muse des Mörders

In "Die Muse des Mörders" glänzt vor allem Schauspielerin Christiane Hörbiger. Komplett überzeugen kann der Thriller aber nicht.

Familienangelegenheit

Sie hat eine großartige Theaterkarriere hingelegt und spielte sich dann mit "Das Erbe der Guldenburgs", "Schtonk!" und vielen anderen Rollen in die Herzen der Kino- und Fernsehzuschauer. 

Nun wird Christiane Hörbiger am 13. Oktober 80 Jahre alt, und gewissermaßen als Geburtstagsgeschenk hat das ZDF ihr einen Film auf den Leib geschneidert. "Die Muse des Mörders" ist eine Familienangelegenheit, denn Regie führte Hörbigers Sohn Sascha Bigler, der zusammen mit Axel Götz auch das Drehbuch verfasste. 

Ein bisschen mehr Witz

Hörbiger glänzt als Wiener Krimiautorin Madeleine "Mado" Montana, deren erfolgreiche Zeiten lange zurückliegen, was ihrer Eitelkeit allerdings keinen Abbruch tut. Mit sichtlichem Vergnügen gibt Hörbiger die Diva, die mit schneidendem Witz und ungebrochener Geltungssucht ihre Umgebung traktiert, allen voran ihren Sohn (Florian Teichtmeister). Als ein Mörder grausige Taten aus ihren Büchern real werden lässt, gerät die Autorin plötzlich wieder in den Fokus der Öffentlichkeit – und in den von Kommissar Bäumer (Fritz Karl), der "Mado" von früher kennt. 

Als Thrillergroteske könnte man den Film wohl bezeichnen. Leider bedient er zu viele Genreklischees des Thrillers, samt einer albernen Auflösung. Ein bisschen mehr Wiener Schmäh und abgründiger Witz wären schön gewesen. 

Autor: Sebastian Hagner

9.10.2018, 13.59 Uhr

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