Kritik: Angst in meinem Kopf

Gefangen

Das Gefängnisdrama "Angst in meinem Kopf" fesselt nicht nur mit einer düsteren Story, sondern auch mit glänzenden Schauspielern.

In der Klemme

Als Zuschauer braucht man starke Nerven, um der JVA-Beamtin Sonja Brunner (Claudia Michelsen) dabei zuzusehen, wie sie schnurstracks ins Verderben läuft. Nachdem sie bei einem Ausbruchsversuch von dem Gefangenen Michael Zeuner (richtig böse: Ralph Herforth) als Geisel genommen wird, ist sie traumatisiert und lässt sich versetzen. 

Doch finanzielle Probleme und der gerissene Insasse Walter Thiel (Torsten Michaelis) treiben sie mehr und mehr in Abhängigkeit und Korruption. Richtig belastend wird die Situation für Brunner, als Zeuner an ihren neuen Arbeitsort verlegt wird und gemeinsame Sache mit Thiel macht. Ihrem Mann Jens (Matthias Koeberlin) verschweigt sie die Verstrickungen. Brunners einziger Verbündeter: Der Mühle spielende Frauenmörder Robert Sturm (Charly Hübner). 

Parallelgesellschaft

Thomas Stillers Justizvollzugsdrama ist in seiner Drastik sicherlich nicht jedermanns Sache. Dafür wirft es einen intensiven und aufschlussreichen Blick auf die Parallelgesellschaft Gefängnis und ihre internen Machtstrukturen. 

Und es überzeugt durch die Bank mit erstklassigen darstellerischen Leistungen. Allen voran Michelsen, die man sonst eher als toughe "Polizeiruf"-Kommissarin Brasch aus Magdeburg kennt. Sie schafft es, ihrer Figur Glaubwürdigkeit zu verleihen: als Gefangene unter Gefangenen. 

Autor: Björn Sommersacher

10.10.2018, 13.06 Uhr

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